dau.cc
  Startseite Registrieren Kalender Mitglieder Suche FAQ Arcade Bilder Blog Portal  

dau.cc » News » News und Skurriles aus der Welt » Justizministerin will Passwörter für Accounts ohne Beschluss » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
Letzter Beitrag | Erster ungelesener Beitrag Druckvorschau | An Freund senden | Thema zu Favoriten hinzufügen
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Zum Ende der Seite springen Justizministerin will Passwörter für Accounts ohne Beschluss
Autor
Beitrag « Vorheriges Thema | Nächstes Thema »

one one ist männlich
Dauministrator


images/avatars/avatar-1107.jpg

Dabei seit: 21.09.2005

Post ID: 258877
icon14 Justizministerin will Passwörter für Accounts ohne Beschluss 15.12.2019 07:57 [OPTIONEN] [TOP] [DOWN]

Unsere Justizministerin Christine Lambrecht hat einen Referentenentwurf für ein Gesetz vorgelegt, dass unter dem Mantel "Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität" Anbieter dazu verpflichten soll Passwörter von Usern ohne Gerichtsbeschluss herauszugeben. Der sprichwörtliche Dorfpolizist könnte diese dann einfach verlangen und auch bekommen, denn die Informationen müssen "unverzüglich und vollständig" übermittelt werden. Ziel ist es das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) deutlich zu verschärfen. Der Referentenentwurf liegt als Download hier auf dem Server.

Anbieter von "Telemediendiensten" müssten über entsprechende Anfragen ausdrücklich Stillschweigen bewahren und betroffene Dritte dürfen nur über die Behörden informiert werden, so der Entwurf.

Etwas merkwürdig erscheint, dass Passwörter in der Regel gar nicht gespeichert werden, sondern ein Hash, im besten Fall gesaltet, davon. Ein Zugriff auf den Account wäre damit erstmal gar nicht möglich und die Zweifaktorauthentisierung wurde scheinbar auch nicht bedacht. Allerdings sieht der Entwurf vor "sämtliche unternehmensinternen Datenquellen zu berücksichtigen".

Da unter den Begriff Telemedien soziale Medien und Blogs, Chatdienste, Spiele-Apps, Informationsservices und Suchmaschinen, Portale, Shops und private Seiten im Web, Webmail-Dienste, Podcasts und Flirt-Communities, usw. fallen würde das Gesetz im Grunde alle Dienste betreffen, bei denen man sich anmelden muss.

Die Bitkom ist dagegen, denn "mit diesem Gesetz entledigt sich der Staat einiger besonders sensibler Kernaufgaben, überträgt sie an privatwirtschaftliche Unternehmen und stiehlt sich damit aus seiner ureigensten Pflicht – der Bekämpfung von Straftaten im Netz.“ und "es wird sich nicht vermeiden lassen, dass Inhalte und Daten von völlig harmlosen Nutzern, die sich nichts zu Schulden kommen ließen, an das BKA weitergeleitet werden." so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohlede.

Bild von Razz - Danke!

Update
Zitat:
Das Justizministerium teilte der Nachrichtenagentur dpa am Montag mit, künftig müsse ein Richter entscheiden, ob ein Passwort angefordert werden dürfe, was eine Verschärfung darstelle. Man gehe nur von Einzelfällen aus, hieß es. "Zum Beispiel wenn es um Terrorismus-Straftaten geht und es eventuell Möglichkeiten gibt, die Passwörter mit sehr hohem technischen Aufwand zu entschlüsseln", sagte ein Sprecher. "Eine solche Pflicht für die Provider, Passwörter zu entschlüsseln, wenn Staatsanwaltschaften sie dazu auffordern, gibt es nicht und wird es auch künftig nicht geben."Quelle




Für diesen Thread beim Autor bedanken

Bisher hat sich 1 Benutzer bedankt (Hein Bloed).

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von one: 17.12.2019 07:39. Grund: Update

Baumstruktur | Brettstruktur
Gehe zu:
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
dau.cc » News » News und Skurriles aus der Welt » Justizministerin will Passwörter für Accounts ohne Beschluss

Archiv | Team | Suchen | Hilfe | Impressum